Paradiesische Geschichten


Madau - Berggasthaus Hermine
Madau - Berggasthaus Hermine

Eine der ersten urkundlichen Erwähnungen von Madau lässt sich bis ins Jahr 1500 zurückverfolgen. Damals schrieb Kaiser Maximilian I. folgende Sätze über das Schmuckstück der Lechtaler Alpen in sein Gjaidbuch [Jagdbuch]:
"Dasselb pirg Madawn [Madau] ligt über Zamer-pirg und stösst abentshalben an Gembsgjaid Griestal [Grießltal]. Da find man auch stainpöckh [Steinböcke] und wol gembsen [Gemsen]. Und daselb wild hetzt man am Seekogl [Seekogel]. Daz ist auch ein guts lustigs gembs- und stainwildgjaid für ein Landesfürsten. Daz gjaid muess man im Lechtal vor dem dorf Sälbiginalb [Elbigenalp] aus bejagen und und zu herberg sein."

Die ursprüngliche Besiedelung von Madau erfolgte ca. 200 Jahre später nicht etwa aus dem nur etwa 8 km entfernten Lechtal sondern aus dem weit entfernten Zams im Inntal, zu welchem Madau auch heute noch offiziell gehört. Erst seit 1966 führt ein schmaler und teilweise recht steiler (bis zu 22% Steigung), ungesicherter Fahrweg (für den normalen Verkehr gesperrt!) aus dem im Lechtal gelegenen Bach nach Madau.
Damals jedoch musste die Bevölkerung von Madau alle Güter und auch die Toten beschwerlich durch das steile Röttal empor zum 2.500m hohe Leiterjöchel und auf der Inntal Seite durch das lange Zammer Loch transportieren, was unter normalen Bedingungen einer Gehzeit von ca. 9 Stunden entspricht.

1735 wurde Madau sogar eine eigene Pfarrei, wovon auch heute noch die kleine Kapelle am Ortsschild zeugt. Erst 1786 wurde auch der Talort Bach im Lechtal eine Pfarrei womit unschwer zu erkennen ist, daß die Besiedelung des Lechtals aus dem Inntal über die Seitentäler geschah. Heute gibt es außer einigen für Sommerfrischler ausgebauten Heu- und JagdHütten lediglich noch ein ständig bewohntes Haus in Madau und nur einen angemeldeten Einwohner: Das Berggasthaus Hermine mit seinem "einsamen" Wirt, Klaus Frey.